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5.) Methodenkonzeption

Schwerpunkt methodisch-didaktischer Arbeit an unserer Schule ist  die Erarbeitung eines Methodencurriculums. Die Methodenkompetenzen sind auch in die Unterrichtsvorhaben eingearbeitet.

Kooperatives Lernen ist hier wesentlicher Bestandteil.

5.1) KOOPERATIVES  LERNEN                            Grafik: Kooperatives Lernen

eines der Grundprinzipien des Lernens an der Sekundarschule Altenhagen

 

Definition und theoretische Grundlagen

 

Kooperatives Lernen ist „… eine Interaktionsform, bei der die beteiligten Personen gemeinsam und in wechselseitigem Austausch Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. Im Idealfall sind alle Gruppenmitglieder gleichberechtigt am Lerngeschehen beteiligt und tragen gemeinsam Verantwortung“ (Konrad/Traub 2010, 5). In diesem Rahmen ist Kooperatives Lernen nicht als Unterrichtsmethode, sondern als eine Unterrichtsstruktur zu verstehen, welche Lernprozesse im Wechsel von individuellen und kooperativen Phasen ermöglicht (vgl. Brüning/Saum 2009, 83 ff.).

In der einschlägigen Fachliteratur sind vielfältige Definitionen zum Kooperativen Lernen zu finden. Übereinstimmung zeigen diese darin, dass nicht jede Form von Gruppenarbeit mit Kooperativem Lernen gleichgesetzt werden kann. „Gruppenarbeit bezeichnet lediglich die Tatsache, dass Schüler zu einer bestimmten Zeit etwas zusammen erledigen, sie können dabei kooperieren, müssen es aber nicht“ (Woolfolk 2008, 508).

Kooperatives Lernen bietet eine Struktur, die es heterogenen Lerngruppen ermöglicht, individuelle und gemeinsame Ziele in der Verbindung von Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit zu erreichen. In diesem Rahmen übernehmen die Gruppenmitglieder gleichermaßen Verantwortung für den individuellen Lernprozess des Einzelnen und das wechselseitige Lernen in der Gruppe. Der Gestaltung der Aufgaben kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da diese sowohl die individuelle Verantwortung als auch den Verantwortungsbereich der Gesamtgruppe klar definieren sollten.

Im Mittelpunkt des kooperativen Lernens steht ein Lernbegriff, der Lernen als aktiven und konstruktiven Prozess versteht, in dem Schülerinnen und Schüler Inhalte mit individuellem Vorwissen verknüpfen können. Vielfältige Perspektiven und Erfahrungen werden in kooperativen Lernsituationen durch kommunikative Prozesse wechselseitig ausgetauscht und die für das Lernen wichtigen affektiven Dimensionen berücksichtigt (vgl. Konrad/Traub 2010, 5).

 

 

Merkmale und Voraussetzungen Kooperativen Lernens

 

Ein wesentliches Merkmal Kooperativen Lernens stellen die fünf Basiselemente dar (vgl. Green/Green 2005; Johnson/Johnson/Holubec 2005; Konrad/Traub 2010):

 

·        Individuelle Verantwortlichkeit: Jedes Gruppenmitglied trägt die Verantwortung für seinen persönlichen Anteil an der gemeinsamen Arbeit. Diese kann durch die Kennzeichnung der individuellen Beiträge zur Gruppenleistung, durch das Einbringen von Spezialkenntnissen oder die zufällige Auswahl des Präsentierenden begünstigt werden.

·        Direkte und förderliche Interaktionen: Neben Formen der individuellen Auseinandersetzung mit den Inhalten stehen vor allem Phasen des Austauschs in der Gruppe. Diese sollten so organisiert werden, dass sowohl räumlich (z.B. Anordnung der Tische) als auch innerhalb der sozialen Beziehungen der Gruppe ein förderlicher Kommunikationsrahmen geschaffen wird (z.B. einander unterstützen, gegenseitig ermutigen, Fähigkeiten produktiv nutzen, Materialien und Informationen austauschen).

·        Positive Interdependenz: Ein Gruppeziel kann nur dann erreichet werden, wenn jedes einzelne Gruppenmitglied erfolgreich ist. Die Lernziele der Einzelnen sind in positiver Abhängigkeit miteinander verbunden, welche durch eine gemeinsame Gruppenidentität (z.B. Gruppenname, Logo), die Zuweisung von Rollen (z.B. Vorleser, Materialbeschaffer) oder die Berücksichtigung bereitgestellter Ressourcen (z.B. Teilen von Arbeitsmaterial, Aufgabenspezialisierung) unterstützt werden kann.

·        Interpersonale Fähigkeiten: Die sozialen Kompetenzen der Gruppenmitglieder bilden die Voraussetzung für eine effektive Zusammenarbeit der Gruppe. Fähigkeiten und Kenntnisse im zwischenmenschlichen Umgang sollten stets mit den Gruppen trainiert und reflektiert werden. Mögliche Sozialfertigkeiten sind aktives Zuhören, andere ausreden lassen, anderen helfen, um Hilfe bitten können, Kompromisse schließen und das Akzeptieren von Unterschieden (vgl. Weidner 2003, 98).

·        Reflexion der Gruppenprozesse: Die Gruppe bewertet und reflektiert die Ergebnisse ihres individuellen und gemeinsamen Arbeitsprozesses und entscheidet, welche Handlungen beibehalten oder verändert werden sollen. Diese Form der Selbstreflexion kann durch die Fremdeinschätzung der Lehrperson ergänzt werden.

·         

 

Ein weiteres Merkmal des Kooperativen Lernens liegt in der besonderen Strukturierung der Lernumgebung und Rhythmisierung des Lernens in drei aufeinanderfolgenden Schritten (think – pair – share). Während Green/Green (2005, 130) diesen Dreischritt in das vielseitige Methodenrepertoire des Kooperativen Lernens aufnehmen, wird „Denken – Austauschen - Vorstellen“ von Brüning/Saum (2009, 83) zum Kern und zur wesentlichen Grundstruktur des Kooperativen Lernens erhoben.

·        Einzelarbeit: Den Beginn einer kooperativen Arbeit stellt zunächst eine Einzelarbeitsphase dar, in der sich die Schülerinnen und Schüler individuell mit einem Sachverhalt auseinandersetzen. Die Einzelarbeit muss so organisiert sein, dass jedes Gruppenmitglied einen Zugang zum Thema findet und die Möglichkeit zur Aktivierung von Vorwissen erhält.

·        Austauschen: Die zweite Phase dient dem Austausch über die individuellen Ergebnisse mit einem Partner oder mit der Gruppe. Die Schülerinnen und Schüler können hier offene Fragen klären, das eigene Verständnis kontrollieren oder gegenseitige Ergänzungen und Hilfestellungen vornehmen.

·        Vorstellen: In der dritten Phase werden die Ergebnisse der kooperativen Arbeit im Plenum präsentiert.

 

Der beschriebene Dreischritt kann entsprechend der jeweiligen Lerngruppe und des Inhalts immer wieder neu arrangiert werden (vgl. Brüning/Saum 2009, 85 f.) 

 

 

Formen und Methoden Kooperativen Lernens

 

Johnson/Johnson (2008, 18 f.) unterscheiden hinsichtlich ihrer Dauer, Intensität und Komplexität drei Organisationsformen Kooperativen Lernens:

·        Formales, längerfristiges Kooperatives Lernen: Der Zeitraum der Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ein gemeinsames Ziel erstreckt sich von einer Unterrichtsstunde bis über mehrere Wochen.

·        Informelles, kurzfristiges Kooperatives Lernen: Die Kooperation der Lernenden bezieht sich auf einen relativ kurzfristigen Zeitrahmen (wenige Minuten bis zu einer Unterrichtsstunde). Diese kurzfristige Form kann beispielsweise im Anschluss an eine Präsentation eingesetzt werden und damit die Voraussetzung für eine Zusammenfassung und Reflexion des Gelernten in den Gruppen schaffen.

·        Kooperative Stammgruppen: Diese heterogen zusammengesetzten Gruppen bestehen aus festen Mitgliedern, die gemeinsam über einen längeren Zeitraum lernen (Monate, Halbjahre).

 

Diese drei Formen des Kooperativen Lernens können während der Bearbeitung eines Themas auch variiert und in Verbindung eingesetzt werden.

Neben dem Grundprinzip (think – pair – share) wurden vielseitige Methoden des Kooperativen Lernens entwickelt und evaluiert, welche soziales und kognitives Lernen fördern: […]

 

Die Verwendung kooperativer Lernmethoden im Unterricht wirkt sich in besonderem Maße auf die Rolle der Lehrperson aus. „Das neue Lehrverständnis zielt darauf ab, Schülern zu helfen, ihr eigenes Wissen und Können aktiv zu erwerben, während sie kooperativ mit Klassenkameraden arbeiten“ (Green & Green 2005, 98). Dies führt wiederum zu veränderten Aufgabenbereichen und Tätigkeiten der Lehrperson: zuhören, abwarten und beobachten können, beraten und Mut machen, Lernprozesse und Lernergebnisse als gleichwertige Faktoren betrachten, Lernumwege zulassen können, Aufbereitung des Materials, bündeln und strukturieren von Arbeitsergebnissen (vgl. Weidner 2003, 111). 4

 

Versteht sich kooperatives Lernen als Prozess, der nicht nur im Klassenraum, sondern schulweit verankert wird, ist außerdem ein hohes Maß an persönlicher Kooperationsfähigkeit der einzelnen Lehrpersonen erforderlich.[1]

Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer müssen heute in der Schule unterschiedlichsten und auch widersprüchlichen Erfordernissen gerecht werden. Kooperatives Lernen kann sie dabei unterstützen, da es den Aufbau inklusiver, unterstützender und persönlichkeitsfördernder Lehr- und Lernformen fördert.

Im Hinblick auf die aktuellen Anforderungen an Schul- und Unterrichtsentwicklung wie etwa den Umgang mit Heterogenität von Schülerinnen und Schülern, Inklusion, individueller Förderung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen und Soft-Skills kann der Einsatz kooperativer Lernformen einen Beitrag leisten. Dabei werden nicht nur Fach- und Methodenkompetenz, sondern auch und vor allem die Sozial- und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler erweitert, die wichtige Bausteine für zeitgemäße und zukunftsfähige Bildung darstellen.

Handlungsorientierung ist eines der zentralen Konzepte für die Gestaltung eines modernen Unterrichts an weiterführenden Schulen. Der Begriff ist weder aus neuen Lehrplänen, der Lehr- und Lernforschung noch aus den Zielsetzungen neuer Prüfungsformen wegzudenken. Die Schülerinnen und Schüler sollen während ihrer Schulzeit aufbauend auf einem fundierten Fachwissen umfassende Handlungskompetenz erwerben. Das bedeutet die Fähigkeit, zielgerichtet, aufgabengemäß, der Situation angemessen und verantwortungsbewusst Aufgaben zu erfüllen und Probleme zu lösen, die sowohl die Lebens- als auch später die Berufswelt betreffen, und dies alleine oder im Team, je nach Aufgaben- oder Problemstellung. Um Handlungskompetenz bei den Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, muss der Unterricht sowohl fachliche, als auch methodische, soziale und personale Kompetenzen anbahnen.


Die Methoden des Kooperativen Lernens werden in allen Unterrichtsfächern der Sekundarschule Altenhagen angewendet und am Anfang eines jeden Schuljahres an Methodenwochen / -tagen neu eingeführt, aufgefrischt oder in höheren Klassen erweitert. Zudem gibt es bei entsprechender Stellenplanbesetzung in der Stundentafel ausgewiesene Methodenstunden.

Näheres hierzu kann unter dem Stichwort Methodencurriculum im Schulprogramm nachgelesen werden.

Kooperative Lernformen entsprechen der Befriedigung der drei universellen psychischen Grundbedürfnisse (Bedürfnis nach Autonomie; Bedürfnis nach Kompetenz; Bedürfnis nach Verbundenheit) nach Ryan und Deci und lassen damit das Lernen zur Sache des Schülers werden, der dabei seine Selbstständigkeit als auch eine Verantwortung gegenüber des Gelernten (bestenfalls ein flow- Erlebnis) entwickelt.

Kooperative Methoden ermöglichen es, dass der Lehrer / die Lehrerin zum Lernbegleiter wird und das Lernen von Inhalten/Themen in einem Austausch mit sich (Zeit, um sich mit der Thematik intensiv zu befassen), einem anderen (Zeit, im Gespräch zu reflektieren) und einer Gruppe (Zeit, kommunikative Fähigkeiten zu erwerben und zu diskutieren) geschieht.
Daher ist Kooperatives Lernen ein Mittel alle Schülerinnen und Schüler zu aktivieren und den Unterricht zu bereichern.

Im Besonderen ist darauf zu verweisen, dass das gesamte Kollegium der Sekundarschule Altenhagen innerhalb einer einjährigen Fortbildung zum Einsatz des Kooperativen Lernens im Unterricht handlungsfähig gemacht wurde.

Näheres hierzu kann im Fortbildungskonzept der Schule nachgelesen werden.



[1] Vgl. Quellenverweis: http://www.inklusion-lexikon.de/KooperativesLernen_Scholz.php

   

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